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Arendal Sound 1723 S THX Test - Stereo+

Januar 24, 2018

Arendal Sound 1723 S THX Test - Stereo+ Arendal Sound 1723 S THX Test - Stereo+

Spielfreudig und aufregend

Offensichtlich ist Arendal aktuell richtig angesagt. Die Subwoofer haben sich einen guten Platz im Markt verdient und die 1723 Serie wurde in vielen HiFi- und Heimkino-Anlagen sowohl in Norwegen als auch weltweit installiert. Jetzt ist die Zeit für eine etwas geschrumpfte Serie mit dem Zusatz “S” im Namen gekommen.

Man kann leicht verstehen, Arendal Sound hat den Bedarf an eine etwas kleinere Lautsprecherserie erkannt. Es ist durchaus denkbar, dass manche Leute den 1723 Tower mit seinen vier 8-Zoll Tieftöner etwas massiv finden können. Denn ein Lautsprecher mit etwas kleineren Komponenten und mit einem viel schlankeren Gehäuse wird sicherlich besser akzeptiert. Sei gegrüßt, Tower S! Der “S” steht hier für “Small”, also “klein”, auch wenn ein paar potenzielle Käufer den Tower S immer noch als zu “groß” empfinden werden.

Es stellt sich auch die Frage, wie der Tower S im Vergleich zum viel größeren, früheren Modell steht.

Immer noch leistungsstark

Wir haben viele Arendal Sound Produkte getestet. Die gesamte 1723 Serie wurde bei uns mit Stereomusik und Filme erfolgreich getestet und hat glänzende Ergebnisse geliefert. Die Tower und Monitor der erste 1723 Serie sind wirklich beeindruckend und stellen in den meisten Fällen ein Schnäppchen dar, auch wenn nicht in einer niedrigen Preisklasse.

Die neue S-Serie, jetzt auch THX zertifiziert, wurde mit von 20 auf 16.5cm geschrumpften Tieftöner bestückt, aber die Magnete bleiben gleich groß und die Gehäusen sind weiterhin extrem stabil. Der Hochton ist ebenso gleich geblieben. Das scheint nicht gerade nach eine bedeutsame Änderung der Abmaße, aber der Tower S erlaubt eine wesentlich flexiblere Aufstellung und wirkt deutlich kompakter im gleichen Raum wo der Tower viel Platz in Anspruch genommen hat. Die Höhe wurde in 17cm reduziert, während Breite und Tiefe jeweils 3 und 8cm kleiner ausfallen. Das resultiert natürlich auch in einem deutlich niedrigeren Gesamtgewicht, jetzt “nur” knapp über 30kg. Das Gehäuse wird weiterhin aus HDF (high density fiberboard) mit höchsten Qualitätsansprüchen gefertigt. Beim Klopfen auf die Schallwand klingt der Lautsprecher als würde er nur aus Massivholz bestehen. Wir finden die verfügbare Ausführungen sehr stilvoll: schwarz oder weiß in Hochglanz oder matt. Die zwei untere Tieftöner arbeiten mit einer 100Hz-Trennung als reine Subwoofer für eine ledigliche Tiefbassunterstützung. Die zwei obere Tieftöner sitzen jeweils oberhalb und unterhalb vom Hochtöner in einer D’Appolito Konfiguration mit einer sehr tiefen 1500Hz Trennfrequenz.

Der Hochtöner befindet sich in einem kurzen Trichter, der für ein kontrolliertes Abstrahlverhalten sorgt. Es gibt ansonsten keine Tricks, außer dem Einsatz von gut konstruierten Komponenten in einem stabilen Gehäuse. Natürlich spielt die Frequenzweiche auch eine Rolle und ich nehme an, Arendal Sound hat bei der Auslegung extra darauf geachtet, dass die tonale Abstimmung der S Serie ganz genau mit dem Klang der größeren Brüder übereinstimmt.

Es handelt sich hier um einen 4Ohm Lautsprecher, aber mit einem hohen Wirkungsgrad bei fast 90dB, benötigt er nicht besonders viel Leistung. Wegen der niedrigen Impedanz muss der Verstärker trotzdem laststabil sein und genug Reserven liefern. Sie sind bis 400W spezifiziert,aber man braucht einen richtig großen und leistungsstarken Verstärker, um dieses Potenzial auszunutzen. Selbst mit dem eingebauten Verstärker eines Blusound Powernode konnte ich gute Ergebnisse erreichen, aber es war eindeutig, dass sie nach mehr Leistung verlangen. Die leistungsstärkste AVRs werden gut passen, oder ein Vollverstärker zwischen 12.000 und 15.000 NOK (1200 bis 1500 EUR) wenn es um Stereo geht.

Flexible Basslösungen sind hier auch vorhanden

Arendal hat sich eine sehr praktische, schlaue Basseinstellung ausgedacht, um den Bass des Tower S dem Raum anzupassen. Der Lautsprecher kann geschlossen oder als Bass-Reflex betrieben werden. Geschlossen spielt er bis 49Hz tief, also etwas tiefer sogar als der größere Tower, soweit ich mich erinnern kann. Nutzbar ist der Bass in dieser Konfiguration sogar viel tiefer, bis 35Hz, und zusätzlich wird der Tiefbass durch den Raum verstärkt. Ich habe nur die absolut tiefste Bassinhalte vermisst, was ohnehin fast nur ein dedizierter Subwoofer erledigen kann.

Die Bass-Reflex Öffnungen erlauben zwei leicht unterschiedliche Konfigurationen. Falls der Bass mit zwei Öffnungen zu mächtig wirkt, kann man eine schliessen. Der Tiefgang bleibt fast unverändert, aber der Frequenzgang wird etwas flacher und könnte für die richtige Ausgewogenheit im Raum sorgen. Der -3dB Punkt mit einem geschlossenem Port liegt bei 39Hz. Ganz ohne Stopfen erweitert man den Tiefgang bis 35Hz.

Wie schon damals der Tower, kann der Tower S mit diesen technischen Daten kaum punkten. Selbst die zwei Stativ-Lautsprecher von Canton in meinem Wohnzimmer sind bis unter 30Hz spezifiziert.

Dennoch habe ich den tiefen Bass und das Bassvolumen des Tower S auf einer ganz anderen Ebene erlebt. Denn 4 Tieftöner bewegen atemberaubende Luftmengen und man muss immer daran denken, die Tower S fallen weniger als 10dB bis 30Hz.

Jedemenge Details und Information

Viele Leute glauben immer noch, Arendal Lautsprecher wurden für Anwender konzipiert, die nur laut und mächtig hören wollen. Aber diese Lautsprecher überraschen mit der Fähigkeit eine präzise Wiedergabe darzubieten, sowie mit verblüffenden Auflösung und Informationsgehalt vom straffen, kontrollierten Bass bis zum Hochtonbereich. Wie ein Schwergewicht-Ringkämpfer, der plötzlich mit leichtfüßigem Ballet stürmt, ohne dass es komisch aussieht!

Man soll daher diesen Lautsprecher nicht nur zum laut Hören in Betracht ziehen, sondern auch wenn man sich gerne auf dem Hörsessel zurücklehnt und aktiv detailreiche Musik mit vielen Klangfarben hört. Die Tower S beherrschen dieses Fachgebiet locker, auch wenn sie gleichzeitig reichlich viel Bassvolumen aus Stereo-Musikaufnahmen rausholen - sowie aus komplexen Tonspuren im Filmbetrieb. Der Tower S ist erstaunlich vielfältig, vielleicht sogar mehr als der Tower.

Schnell und kontrolliert

Vielleicht ist nicht der Lautsprecher an sich kontrollierter, aber das Ergebnis in meinen beiden Hörräumen hat sich mit dem Tower S positiv geändert. Die Ausgewogenheit im Bass ist besser und der Lautsprecher wirkt dann straffer, präziser als der größere Bruder. Es ist hochinteressant zu hören, wie ähnlich beide Modelle klingen. Der Hochton ist natürlich identisch, aber man kann erst im tiefsten Bass echte Unterschiede feststellen. Der Bass des Tower S klingt etwas dünner und zurückhaltender. Es kann sein, dass der etwas kleinere Tower S die tiefste Oktave tatsächlich etwas sauberer und präziser in nicht so großen Räumen wiedergeben wird. Der sehr leistungsstarke Tower S zeigt wie man köstliche, saftige Töne aus kleineren Bauteilen erzeugen kann, solange genug davon eingesetzt werden.

Ich folge meine Notizen des Tower-Test und spiele ab das gleiche Stück mit Youn Sun Nah, La Chanson D'Helene. Es klingt überraschend großartig. Alles wird bezaubernd präsentiert, mit vielen Details und mit einer luftigen Stimme. Die Räumlichkeit ist großartig, ausgedehnt, gut aufgebaut, selten leer zwischen Stimme und Instrumenten. In diesem Preissegment können Sie wahrscheinlich andere Lautsprecher mit vergleichbaren oder sogar bessere Musikeigenschaften finden, aber Sie müssen dann mit einer signifikanten Verlust des Spaß-Faktors und der lebendigen Begeisterung rechnen.

Musik mit viel Bass

Ich fange mit Pete Belascos “Deeper” an, um es gut und locker anzugehen. Der Bass klingt straff, mächtig und mit Fülle, ohne den unteren Mittelton zu stören oder Gehäuseresonanzen zu erzeugen. Belascos Stimme wird sehr gut positioniert und die Lautsprecher liefern eine sehr überzeugende, realistische Darstellung. Das ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich!

“Song for Olabi” von Bliss wird auch abgespielt und beeindruckt eher mit einer dynamischen Schlagwerk als mit abgrundtiefen Bass. Klar können die Tower S nicht absolut alles wiedergeben, wenn man aus diesen Lautsprecher den Tiefbass der vor kurzem bei uns getesteten, massiven Canton Reference 3 erwartet, verlangt man schon ein wenig zu viel. Der Lautsprecher hat seine Grenzen, auch wenn die Konstruktion in dieser Hinsicht ungewöhnlich erfolgreich ist. Dennoch beeindruckt die ruhige, entspannte und unerschütterliche Art, wie die Musik wiedergeben wird; sowie die Fähigkeit, jedem Schlag vom Drums, Klatschen der Hände und Schnipsen mit den Fingern richtig darzustellen. Das sehr kraftvolle räumliche Klangbild, mit imposanten Dynamik und Rhythmus, engagiert den Hörer im akustischen Geschehen und macht einfach viel Spaß.

Im Kino

Dieser Lautsprecher macht im Filmbetrieb richtig Spaß und es beeindruckt uns immer, wenn ein Lautsprecher so gut ohne Subwoofer auskommt, auch wenn der echte Tiefbass mit einem externen Subwoofer am Besten wiedergeben wird, egal was man für Lautsprecher verwendet oder wie viel sie kosten. Sie sind nicht auf dem Niveau des 1723 Tower, aber kaum ein Lautsprecher in dieser Preisregion wird das schaffen. Sie sind aber herrlich detailreich! Filme enthalten Explosionen, hektische Musik, Stimmen und viele Details mit Räumlichkeit-Information. Dabei verhält sich der Tower S so gut wie bei Stereomusik. Der Lautsprecher klingt nie angestrengt und seine Dynamikreserven sind sehr eindrucksvoll, egal mit welchem Lautsprecher man vergleicht. Der Klang wird nicht komprimiert und man kann ein ermüdungsfreies Hören selbst bei sehr hohen Lautstärken genießen. Erst bei sehr hohen Lautstärken mit sehr komplexen Material kann man seine Grenzen erreichen.

Fazit

Der Tower S zeigt sich für seine Größe sehr kultiviert und fähig bei der Darstellung jedes Details. Sein Bass und Tiefbass machen aus dem Tower S einen der wenigen echten Vollbereich-Lautsprecher, die man unter €3,000 finden kann.



1723 Series Vergleich Subwoofers
Ausführung
Tieftöner 13.8" 13.8" 2 x 13.8" 2 x 13.8"
Gehäusematerial High Density Fiberboard (HDF)
High Density Fiberboard (HDF)
High Density Fiberboard (HDF) High Density Fiberboard (HDF)
Verstärker Avalanche 500DSP - 500W RMS
Avalanche 500DSP - 500W RMS
Avalanche 1000DSP - 1000W RMS
Avalanche 1000DSP - 1000W RMS
Gehäuse Geschlossen
Geschlossen / Bass-Reflex
Geschlossen Geschlossen / Bass-Reflex
Größe
49.2H x 33.5B x 45T cm
63.7H x 45B x 55T cm 54.2H x 42B x 50T cm 71.2H x 50B x 60.9T cm
Gewicht 24.5 kg 48.1 kg 41.4 kg 60.1 kg